Ich glaube, Medikamente haben ihre eigene Zeitrechnung. Wenn ich sie kaufe, steht drauf, dass sie noch 1–2 Jahre haltbar sind. Sortiere ich dann mal wieder den Schub aus, sind viel zu viele Salben, Pillen usw. schon abgelaufen. Das geht nicht mit rechten Dingen zu, nein …
All die ollen Schachteln und Tuben landen in einer Tüte. Und dann frage ich mich, was jetzt? Die Weltmeister im Mülltrennen wollen natürlich Papier, Plastik und Medizin ordentlich trennen. Alte Tabletten wandern in den Müll, abgelaufene Säfte werden ins Waschbecken gegossen und fertig. Eine gruslige Vorstellung, wie über das Abwassernetz Pillen und Säfte in der Kläranlage landen, wo sie teils unverdaut wieder ausgerülpst werden und Wirkstoffe im Grundwasser landen. In dem tummeln sich bereits Rückstände von Antibiotika und anderen Medikamenten, die auf natürlichem Wege den Mensch verlassen haben, wogegen man kaum was tun kann (außer vielleicht weniger verschreiben). Aber die Lösung?
Gibt es nicht. Auf den Beipackzetteln steht auch nicht, wie das Medikament richtig entsorgt wird. Weils nicht wichtig ist? Weils sowieso niemand liest? Weil niemand das genau weiß?
Wie mans entsorgen kann, einige Möglichkeiten:
- Packung samt Inhalt ab in den Restmüll
- alles fein säuberlich trennen und ab in Papier‑, Plastik‑, Restmüll oder gar Biomüll, Waschbecken, Klo
- in der Apotheke abgeben
- zum Sondermüll bringen (Schadstoffsammelstelle)
Restmüll ist erlaubt, Biomüll, Waschbecken und Klo nicht. Seit letztem Jahr müssen die Apotheken was zahlen, wenn sie den Medikamentenmüll über einen Dienst entsorgen lassen. Deswegen nehmen nicht mehr alle Apotheken alte Medikamente an. Ich hab Skrupel, einen Beutel voller Medikamente in den Restmüll zu werfen, werde es also bei der Apotheke versuchen, und wenn die nicht willig sind, bleibt immer noch die Landkreisentsorgung (hier wird der Landkreis entsorgt, ist das nicht putzig?).
Ein Artikel in der SZ zum Thema: „Medizin für die Tonne“.
(„Medizin für die Tonne“ ist natürlich eine geniale Überschrift, da steckt alles drin, sie ist kurz und knackig, dabei ziemlich seriös. Wenn man mal anfängt, über einen Titel nachzudenken, kann man albern werden, siehe oben …)